Portrait10/04/2019

Sonja Priller

Food-Fotografin, Ästhetin, Denkerin, Hobby-Winzerin & unverzichtbares Mitglied des feinkoch-Teams

feinkoch Team Foto Sonja Priller

Hinter den Kulissen

Hinter der Linse unserer feinkoch-Kreationen steckt nicht nur eine Kamera, sondern auch eine Frau, die kreativ, nachdenklich und mit einer gesunden Prise schwarzem Humor unsere kulinarischen Experimente für euch natürlich und authentisch zum Leben erweckt.

  • Hometown – Wien
  • Top Destination / Schönste Reiseerinnerung – Indien / Sri Lanka
  • Lieblingsessen – Karotten
  • Lieblingsbuch – Lob des Schattens; Entwurf einer japanischen Ästhetik
  • Inspiration – Die Natur
  • Favourite Accessoire – Turnschuhe

Sonja Priller lebt und atmet Kulinarik seit über 20 Jahren. Und ihre Kamera ist das Instrument, um diese auf Bilder zu bringen.

„Lebensmittel sind lebendig, natürlich. Da fühle ich mich wohl.“

Eine klare Entscheidung für die Fotografie fiel schon sehr früh und dazu kam die Begeisterung für Lebensmittel und das schon lange vor dem Instagram Hype: Bilder sprechen einfach für sich – wie Sonja sagt – und es ist schön zu sehen, dass das jetzt auch im Bereich Food immer mehr Menschen inspiriert.

„Ich habe mich total gefreut zu sehen, dass Essen einen neuen, einen höheren Stellenwert bekommen hat.“

Etwas aus eigener Kraft entstehen lassen – Transformation und Schöpferkraft – zwei Dinge, die Sonja immer wieder antreiben. Dafür bleibt sie am liebsten bei sich, lässt ihre eigenen Ideen entstehen und wenn es doch mal mehr braucht, sind ihr Weingut oder einfach eine gute Tasse Kaffee die größte Inspirationsquelle.

Food Fotografie Steak von Sonja Priller

Im Gespräch mit Sonja Priller

feinkoch: Wann wusstest du, dass du Fotografin werden möchtest?
Sonja: Mit 16.

feinkoch: Wie würdest du deinen Beruf beschreiben?
Sonja: Meine kleine kreative Oase. Ich bin froh diese Möglichkeit des kreativen Ausdrucks zu haben.

feinkoch: Food Photography – was begeistert dich besonders daran? Was macht dir am meisten Spaß?
Sonja: Das Arbeiten mit Lebensmittel, am liebsten mit natürlichen Lebensmittel, ich bin eine Verfechterin des
Regionalgedanken, genauso von biologischen Lebensmitteln.

feinkoch: Genießer oder auch selbst begeisterte Köchin?
Sonja: Beides.

feinkoch: Nach so langer Zeit in der kulinarischen Szene. Gibt es da gerade eine Küche oder Rezepte, die dich besonders interessieren?
Sonja: Reduzierte vegetarische Küche, bestehend aus wenigen Zutaten, dafür aber in unterschiedlichen Konsistenzen und Texturen, Life Food.

feinkoch: Wir kennen uns ja jetzt schon eine Weile. Genauer gesagt, seit dem wir den feinkoch-Laden in der Theobaldgasse eröffnet haben, wo auch du dein Studio hast. Wie würdest du uns in drei Worten beschreiben?
Sonja: Jung, dynamisch, liebenswert.

feinkoch: Gibt es etwas, das du noch erreichen möchtest?
Sonja: Endlich aufs Land ziehen, bzw. zurück auf´s Land, ich bin in OÖ im Dorf aufgewachsen.

feinkoch: Food-Fotografie wurde ja auch mit Instagram zum Trend. Fluch oder Segen – Wie denkst du über die Plattform als Fotografin?
Sonja: Instagram ist toll um sich zu vernetzen, leider erzeugt es einen globalisierten visuellen Kauderwelsch, der irgendwann auch mal uninteressant wird.

feinkoch: Wenn dich jemand fragt, wie du es dahin geschafft hast, wo du bist, was würdest du sagen?
Sonja: Viel Eigenmotivation und Engagement und Dranbleiben wenn´s wieder mal mühsam wird.

feinkoch: Noch ein guter Rat den du gerne weitergeben möchtest?
Sonja: Hüte dich vor zu vielen guten Ratschlägen! Lieber erstmal selber nachdenken, analysieren und einfühlen.

Food Fotografie Gemuese von Sonja Priller
Food Fotografie Eier von Sonja Priller

Viele abenteuerreiche Shootings – von Klettern auf Berge und Shootings in Höhlen, bis hin zu Sets mit echten Wölfen – die frühe Phase ihrer Karriere und die Herausforderung der Selbständigkeit haben die Leidenschaft für den Beruf der Fotografie immer weiter entfacht. Für uns ist es ihre Einstellung und Wertschätzung gegenüber Lebensmittel, die man in ihren Fotos sieht und die ihre Arbeit so besonders macht. „Lebensmittel sind das Wichtigste überhaupt – wir ernähren uns davon und es ist total wichtig, wie sie wachsen. Ich selbst kaufe nur Bio-Lebensmittel ein und unterstütze selbst gerne kleine Produzenten. Das ist die innere Einstellung und das noch schön inszeniert.

„Bilder bewirken irrsinnig viel.“

Für Sonja gestaltet sich so ein perfekter oder eben auch ganz normaler Tag zwischen Lebensmitteln, Kunst, Linse und Natur mit viel Ruhe, Entspanntheit aber auch Raum für Spontanität – um auch jederzeit auf eine Leiter klettern zu können, wie sie selbst sagt.

Food Fotografie von Sonja Priller
Food Fotografie Kimchi von Sonja Priller

Ein Tag mit Sonja Priller

Mein Morgen beginnt mit…
schwarzem, gutem Espresso und ein bis zwei grossen Tassen Tee und etwas
Ruhe zum Munterwerden- das kann schon mal bis zu 2 Stunden in Anspruch nehmen. Ohne zu duschen gehe ich auch nicht außer Haus.

Getränk…
Einen guten, naturtrüben, maischevergorenen Wein (am liebsten von Michael Wenzel) in Ruhe genießen, am besten in netter und interessanter
Begleitung, ich möchte mich beim Trinken unterhalten.

Geruch…
Ich liebe Holzgeruch, Kräuterdüfte, Lavendel, (Wiesen)Heu ist der beste Geruch überhaupt.

Kleidung…
Am besten bequem (ich möchte eigentlich immer in der Lage sein, auf eine Leiter klettern zu können und dem Bus hinterherlaufen können)

Gefühle…
Gefühle lenken unser Schicksal. Jedes Lebewesen hat Gefühle – auch Pflanzen und Tiere.

Pläne…
gibt’s immer wieder, bin aber ein sehr spontaner Mensch. Pläne erleichtern aber definitiv den Alltag.

Reisen, Entdecken…
Paradise Harbour – Antarktik, Milford Sounds-Neuseeland, Island würde ich gerne live sehen.
Inspiration finde ich… meistens in mir und in der Natur oder in einer tollen Ausstellung.

Food Fotografie Burger von Sonja Priller
Food Fotografie Brot und Kaese von Sonja Priller

Wir freuen uns auf die vielen weiteren gemeinsamen kreativen, liebevollen Kreationen im feinkoch Studio! Mehr von Sonja’s Arbeit seht ihr auf Sonja Prillers Website.

Und bald gibt’s noch mehr persönliche Einblicke für euch ins feinkoch-Team.

Wer wird wohl der/die nächste sein?

Text: Stefanie Fellinger